Die Sterne waren zu Gast beim 8. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft 2014 am Nürburgring

12. & 13. September 2014

Nachdem die "Sterne" das letzte Mal im Juli 2014 einen neuen GUINNESS-Weltrekordversuch mit 257 Mercedes-Benz auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings gefahren sind, schon damals waren wir zu Gast bei der VLN, konnten die Teams an diesem Wochenende einmal den Rennbetrieb und die Organisation einer solchen Veranstaltung intern kennen lernen.

Wir geben den Bericht ausnahmsweise einmal mit den geschriebenen Worten eines Teilnehmers wieder:

Leute, ihr habt was verpasst! - Das Wochenende werde ich so schnell nicht vergessen.

Am Freitag trafen wir uns mit einer recht überschaubaren Gruppe am Treffpunkt am Nürburgring. Ein herzliches Hallo und kurzes gegenseitiges Vorstellen der Anwesenden und schon ging es los. Peter führte uns durchs Fahrerlager ins Heiligtum einer Rennveranstaltung: Die Rennleitung. Obwohl relativ gut abgesichert, wurden wir bereits erwartet und durften direkt in den großen Raum mit den vielen Monitoren. Peter erklärte uns die Abläufe, was hoch spannend war. Das sieht man wirklich nicht alle Tage. Anschließend konnten wir einen Blick in den hinteren und oberen Bereich der Boxen werfen. So eine Lounge über der Boxengasse hat schon etwas, aber auch der administrative Bereich für die Teams und Fahrer ist hier zu finden.

Und dann kam sie, die herbeigesehnte Frage: Wer will mitfahren?

Ich! (hab ich das jetzt wirklich gesagt?) - Egal, da muss ich jetzt durch).
Kurze Abwicklung des Schreibkrams mit dem Team, dann waren wir auf einmal Rennfahrer. Wir mussten ebenfalls in den administrativen Bereich und wurden für die Fahrt angemeldet. (Wir sind live dabei!!) Das grüne Band am Handgelenk war jetzt der Nachweis; jetzt gibt es kein Zurück mehr. Also wieder in die Teamlounge und Helm und Overall anziehen. Gott sei Dank gab es „große“ Größen, so dass auch ich einen passenden Overall fand.
Alles ging jetzt doch recht schnell. Wir mussten ja in einem bestimmten Zeitfenster unten in der Boxengasse zur Abfahrt bereitstehen. Und jetzt war man richtig mittendrin: Die Box mit den Autos, die Mechaniker und die Boxengasse. Man fühlte sich durch den Overall so richtig dazugehörig. Alles wuselte um einen rum, die Autos wurden von den Mechanikern vorbereitet, die Fahrer zogen ihre feuerabweisende Rennbekleidung an. Rennatmosphäre live. Unser Fahrer, Markus Oestreich, begrüßte uns „Mitfahrer“ und schon saß der erste von uns im renngetrimmten Audi TT. Man wurde förmlich in den Beifahrersitz festgeschnallt, aber Daumen hoch, alles okay. Wir waren aber nicht die einzigen, die eine Mitfahrgelegenheit gebucht hatten. Viele Teams hatten ihre Autos mit einem Beifahrersitz ausgestattet und so war es in der Boxengasse ziemlich voll, da gefühlt alle Autos auf einmal raus wollten. Auffällig war, dass man in vielen Gesichtern die Anspannung sehen konnte - (Mann, was habe ich mir da bloß angetan).
Aber Daumen hoch, alles gut. Und dann wurde das Training freigegeben. Trotz gefühltem Chaos klappte alles wunderbar, die Autos fuhren alle auf die Strecke. Jetzt kam das Warten, denn für ca. 25 Kilometer braucht man ja eine gewisse Zeit (Willst du dir das wirklich antun?!)
Ungefähr 10-12 Minuten später kamen die ersten Autos zurück und es begann die Zeit der fliegenden Wechsel für die Beifahrer. Die ersten Mitfahrer hatten jetzt alle eins gemeinsam: Verschwitzter Overall, hochroter Kopf mit Spuren vom Helm und…einem Grinsen von einem Ohr zum anderen. Die Anspannung war weg, das Glücksgefühl setzte ein und die Beschreibungen gingen los: Toll, super, unbeschreiblich, unvergesslich.

Der nächste Mitfahrer war jetzt an der Reihe und danach sollte es meine Runde sein. Anspannung (mulmiges Gefühl in der Bauchgegend) und Vorfreude, so lässt sich der Zustand am besten beschreiben. „Mein“ Audi fuhr jetzt vor die Box, Beifahrer raus und ich musste in Windeseile einsteigen. Feste Anschnallen, okay, der Rest = „Arsch-eng“ trifft es am besten. Und dann ging es los. Noch langsam in der Boxengasse, dann aber volle Beschleunigung. Wow, das geht ab (naja, bei 350 PS ist das ja nicht verwunderlich). Doppel-Wow, was ankert der vor der ersten Kurve. Das kannte ich so noch nicht. Absolut genial! Jetzt weiß ich aber auch, warum man so festgeschnallt ist. Und so ging es weiter. Kurvenräubern über die Curbs (ich hätte das mit meinem Wagen nie getan!!), rechts und links überholen, einmal überholt werden (wo kam denn plötzlich der Porsche bloß her?), das reicht niiieeeeee, doch es passt doch. Und dann noch die Fahrt durch die Senke, bei der man oben leicht abheben kann und direkt dahinter schon blind einlenken muss. Die lange Gerade runter mit fast Topspeed und schon fahren wir wieder auf die Boxengasse zu. 25 Kilometer ist eine weite Strecke, ca. 11 Minuten eine lange Zeit, aber ganz ehrlich: Die Zeit ist (leider) wie im Flug vergangen. Die Kilometerschilder sind so an uns vorbeigeflogen, die Schilder der einzelnen Streckenabschnitte ebenso. Wahnsinn, einfach toll. Die Fahrt endet wieder vor der Boxengasse, schnelles Aussteigen. Einer der Mechaniker, erst drei Monate im Team, darf jetzt auch das erste Mal mitfahren. Daumen hoch, alles okay.

Jetzt erst merkt man, wie die Anspannung langsam abfällt. Das Adrenalin fließt noch durch die Adern, aber es setzt das vorhin beschriebene Glücksgefühl ein. Es ist vorbei, schade, aber die Endorphine nehmen jetzt Überhand. Wow, was für ein Erlebnis. Kaum zu beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Schnell mit unseren Autos auf der Autobahn fahren, okay, es lässt sich aber absolut nicht mit Rennsport vergleichen. Und Hut ab vor der Leistung des Fahrers. Wir waren schon nach einer Runde ziemlich mitgenommen (ich meine Schweiß und roter Kopf) und sind noch nicht mal selbst gefahren. Die Fahrer fahren im Rennen manchmal bis zu 9 Runden bevor sie den Wagen an den nächsten übergeben. Respekt!


Und so stehen wir (die Mitfahrer) noch eine Weile an der Box und genießen das Treiben. Manche eher still, andere sehr mitteilsam. Aber alle mit einem in das Gesicht gemeißelte Lächeln. Das fiel selbst unseren anderen Teilnehmern auf, nachdem wir uns umgezogen hatten und wieder zur Gruppe dazu gekommen sind (verdammt, warum hatten wir keinen Fotoapparat dabei, egal, geht eh in die Permanentspeicherung im Kopf und da kann keiner mehr diese Erinnerung löschen)

So endete dieser wunderschöne Tag (übrigens 24 Grad und Sonnenschein in der Eifel) an der Rennstrecke.

Aber er war ja noch nicht zu Ende: Peter führte uns auf einer kleinen Tour durch die Eifel nach Kall ins Brauhaus, wo wir den Abend bei gutem Essen ausklingen ließen. Und immer wieder: „Du hast da so ein Lächeln im Gesicht. War wohl ein tolles Erlebnis.“ Ja war es! Und selbst nach der Heimfahrt habe ich noch eine Weile im Bett gelegen, habe das Erlebte noch mal für mich Revue passieren lassen und bin wohl mit einem Lächeln eingeschlafen.

Ich kann nur jedem empfehlen: Wenn Peter so was noch mal anbietet, nutzt die Gelegenheit. Man muss es einfach mal selbst erleben.


Beim Samstag fasse ich mich kurz, da ja einige schon früher mal im Korso mitgefahren sind:
Die Ausfahrt aus dem Parc Fermé im Fahrerlager, gestartet vom VLN-Rennleiter persönlich, nicht nur mit einem VIP-Bus im Schlepptau, durch Nebel verhangene, aber auch freie Teilstücke, mit winkenden Streckenposten bzw. Sportwarten, war wieder mal ein Erlebnis für sich. Im eigenen Wagen über die Nordschleife zu fahren hat schon was. Okay, gestern ging es anders ab, aber trotzdem war es ein krönender Abschluss für dieses Wochenende. Nach der Fahrt ging es noch mal durchs Fahrerlager und oben auf die Terrasse oberhalb der Boxengasse...

Zum Abschluss halten wir fest, dass das Rennen wegen sehr dichtem Nebel am späten Nachmittag erst gar nicht gestartet wurde. Man hat unsere "Sterne" nur eine Runde auf der Nordschleife fahren lassen, weil Peter bekannte 50 Jahre Nürburgringerfahrung vorweisen kann. Peter führte mit seinem schwarzen SLK die gesamte Gruppe der "VIP's und Gastfahrer an, die sich auf seine Führungsaufgabe, Streckenkenntnisse und Sorgfaltspflicht verlassen konnten!